20. Februar 2015

50 Grautöne. Zweiter Versuch.

Ich mache keine Liebe. Ich ficke. Ich ficke hart.

Wenn So ein Satz ausserhalb eines Pornos, dafür aber in einem Weltbestseller auftaucht gibt es Klärungsbedarf.

Na gut, na gut. Da mir jetzt schon von verschiedensten Seiten zugetragen wurde, das ich die BDSM-Saga zu Unrecht und als Uneingeweihter schlecht beurteile – egal ob in Papier oder Digitaler Form – habe ich mir die Mühe gemacht mein Halbwissen zu verbessern und vielleicht meine Meinung zu ändern. Eines schon mal Vorab: Es hat nicht geklappt.

Ich bin es ja schon gewöhnt, für meine Webeinträge ab und zu Kopfschütteln oder Mißbilligung zu erfahren. Um es mal nett zu beschreiben. Bei 50 Shades of Grey teilt sich aber gefühlt die halbe Menschheit ob der Handlung, dem Buch, dem Film, dem Sex, Gut oder Schlecht, Hart oder Zart, den Erwartungen, der Schreibweise, der Kürzungen, der Darsteller und und und…

Ich bin im allgemeinen nicht schnell zu überzeugen. Ok, Pressestimmen sauge ich gerne mal auf und mache deren Meinung schon mal zu meiner, wenn ich das Gefühl habe, es steckt wenigstens ein Funke Wahrheit oder Ehrlichkeit in deren Aussage. Bücher oder Filme bewerte ich allerdings gerne selber und nicht, weil ich nur etwas darüber gehört habe und mich von der Meinung eines Möchtegernkritikers angesteckt habe. Deshalb beurteile ich auch nicht die Twilight-Machwerke (tataaaaa) – weil: nicht gelesen oder gesehen.

Bei einer Romanverfilmung sieht die Sache noch böser aus und hier kommt ein ungeschriebenes Gesetz zum Einsatz: Buchverfilmungen sind meist schlechter als das Buch. Wenn nun das Buch bereits in meiner Wertung durchgefallen ist, wie kann der Film hier noch was retten, wenn selbst dieser bereits von Kritikern als (gelinde gesagt) „langweilige Verfilmung des Romans“ beschrieben wird? Ein langer Satz, ich weiß.

Wozu schreibe ich das hier? Um mir meinem Standpunkt selber sicher zu sein? Wahrscheinlich. Um zu reflektieren, ob ich wirklich übertreibe? Sicher. Um Euch da draussen zu zeigen, das ich nicht alleine so denke? Hauptsächlich. Ich habe mir die ersten Kapitel nun mal über Audible gezogen, ungekürzt. Gut, lesen ist besser – aber ich will das nicht im Regal haben. 🙂

Mein erster Eindruck war: Jugendroman. Einfache Sprache, keine aufregenden Textpassagen oder Sätze, die sich einprägen. Viele Wiederholungen… Es ist nichts, was mich interessiert, das gebe ich zu. Aber ich hatte auch nicht mehr erwartet, in dem Wissen, die Romane wurden von einer Ü50-Mutti geschrieben, die Erika Leonard heißt. Aber die Hoffnung, einen AHA-Effekt zu erleben, liest immer erstmal mit.
Jeder Geschmack ist anders. Auch ich mag es manchmal einfach weniger anspruchsvoll und anstrengend (das Lesen 🙂 Aber nichtsdestotrotz sollte ein Buch, das die Bestsellerlisten mit 3 Teilen angeführt hat doch etwas besonderes sein und der heutigen Gesellschaft und deren Normen entsprechen. Eine antiquierte Geschichte über ein jungfräuliches Zuckerpüppchen und einen reichen Macho mit Züchtigungsallüren ist mir da einfach zu Weltfremd und altbacken. Da fehlt mir der Pepp. Leider ist unsere Gesellschaft aber genauso. Aber macht Euch mal keine Sorgen, meine Lieblingsliteratur will auch keiner lesen 😛

Damit ich nicht wieder ganz blöd dastehe, zitiere ich im folgenden einfach mal die ersten gefundenen Pressestimmen und natürlich Lesermeinungen zum ersten Roman-Teil in diesen Artikel. Es gibt auch Positive Meinungen. 

Hier folgten dann Beipiele anderer Autoren bzw. aus Magazinen und Netzpublikationen. Das allerdings gleich mit Protest weil ich nur den Namen und den Ort des Erscheinens genannt habe.

Wer trotzdem Lust auf einen sehr amüsanten Beitrag zum Thema hat, kann hier vielleicht was mitnehmen: https://www.emp.de/ben/fifty-shades-grey-ich-mache-keine-liebe-ich-ficke-ich-ficke-hart.html

 

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Michael Necke mit grimmigem und mit nett lächelndem Gesicht

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