2. Januar 2017

Der Schriftsetzer

Es ist vielleicht nötig zu erwähnen, das dies mein erlernter Beruf ist. Sicher, den Bleisatz haben wir auch nur am Rande behandelt. Aber wir haben es noch behandelt, haben Bücher gebunden und wissen noch, was „Spationieren“ oder eine „Hochzeit“ ist.

Btw… ich selber bin in einer Druckerei groß geworden. Habe meinem Opa schon lange vor meiner Ausbildung über die Schulter geschaut. Die Bleigießerei bewundert, wie ganze Druckplatten hergestellt wurden und in den großen flachen Schubfächern die Bilder bestaunt, Gummimatritzen auf Holzklötze geklebt… Tonnen Papier um einen herum und hier und da im Fensterbrett ein Fläschchen Brantwein. Der Geruch von Öl und Farbe und das stampfen der Großen alten Druckmaschinen.

Wehmütig macht mich das. Und sehr stolz, diese Zeit noch miterlebt zu haben. Bei aller Einfachheit, die die Arbeit am Computer mit sich bringt: die Kunst, mit Schrift zu arbeiten und etwas schönes zu erschaffen – beherrschen die jungen Spritzer heute leider gar nicht mehr. Mit dem einfachen Arbeiten kam auch der lustlose Umgang mit der Kunstform Schrift.

ach ja… eine Hochzeit ist ein versehentlich doppelt gesetztes Wort. Passiert ja mal… 🙂

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Michael Necke mit grimmigem und mit nett lächelndem Gesicht

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46 Jahre, Skeptiker, Querulant, Misanthrop, Lieblingsmensch, Perfektionist, Schlamperich, Harmonie-Sucher, bester Freund, schlimmster Feind, Vater, Sohn, Ehemasseur.

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