5. Juli 2026

Lieder auf Banz 2026

Kloster Banz Lieder auf Banz 2026 später am Abend

Es gibt Festivals und es gibt Lieder auf Banz. Der Ausflug Richtung Coburg bzw. Bad Staffelstein, die einmalige Kulisse vor dem Kloster Banz und die familiäre Atmosphäre dieses Liederabends wird uns noch lange im Herzen bleiben. Die Vielfalt an deutschsprachiger Musik aber vor allem die Nahbarkeit der „Stars“ machten das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Vom ersten bis zum letzten Lied war zu spüren, wie viel Herzblut alle Beteiligten in ihre Auftritte gesteckt haben.

Ausblick Lieder auf Banz 2026 von oben

Meine erste Überraschung war ja schon, das die ganze Veranstaltung aufgenommen wird und im BR sowie in der ARD-Mediathek noch mal nachzuschauen ist. Cool oder? Wenn es soweit ist, werde ich das direkt hier auch verlinken.

Durch den Abend führte Hannes Ringlstetter. Ich selbst kannte ihn, wie auch viele der anderen Künstler an diesem Abend, nicht – wurde aber auch da, sehr positiv überrascht. Er überzeugte nicht nur als Moderator, sondern stand auch selbst auf der Bühne. Sympathisch, locker, kurzweilig.

Die Nachwuchspreisträger Holza eröffneten überzeugend mit einer spannenden Mischung aus Dialektpop und Reggae und (ich denke) österreichischem Dialekt, den Abend. Das war schon ein super Einstieg. Partystimmung von Bob Marley in Lederhose.

Als besonderer Gast war STOPPOK mehrfach am Abend dabei. Einer der großen Singer-Songwriter im deutschsprachigen Raum. Seine Mischung aus Folk, Rock und Blues, zusammen mit seinem trockenen Humor, sorgte für eine wunderbar entspannte Stimmung.

Das erste Highlight für mich war sicher Maybebop. Die vier A-cappella-Künstler hatten echt was drauf, die sehr gute Akkustik bzw. Tontechnik hat das ganze noch cooler gemacht. Hört Euch die Jungs mal an!

Von zahlreichen Fans frenetisch gefeiert wurde dann Franz Benton, der sein 40-jähriges Bühnenleben feierte und zugleich den letzten Auftritt seiner Karriere an diesem Abend bestritt. Meins wars nicht – aber hey, der Mann macht schon so lange erfolgreich Musik – da war ich gerade in der Grundschule… Die Fans waren glücklich und konnten mitsingen – Fanservice gabs obendrein auch noch. Daumen hoch!

Ein richtig außergewöhnlicher Programmpunkt war Johnny Bertl mit seiner Hommage „Dunkelgraue Lieder“ – dem österreichischen Liedermacher Ludwig Hirsch gewidmet. Gemeinsam mit Weggefährten erinnerte er an dessen musikalisches Vermächtnis. Auch hier fand ich, Gänsehautstimmung pur. Die Mischung aus gesungenen und gesprochenen Texten – ja das war schon was.

Künstlerisch war der Abend auch im Folgenden richtig gut. Sarah Lesch, gefühlvoll und persönlich wie immer, setzte wichtige Punkte und sprach auch direkt gesellschaftliche Themen an. Dota Kehr stand ihr dahingehend in nichts nach. Zwei Ausnahmemusikerinnen mit Gesang und Gitarre – gleichzeitig sehr verschieden und doch mit dem Blick auf die wichtigen Themen und mit ihren coolen Texten sich sehr ähnlich.

Das Duo Lina Bó, Preisträger des Nachwuchspreises, brachte frische Klänge und richtig viel Energie auf die Bühne. Wow. In den beiden steckt sehr viel Kreativität und Mut. Es wird interessant sein, wo ihre Reise hingeht. Hier hatten sie zumindest einen fabulösen Auftritt und das Publikum auf ihrer Seite.

Während die eintretende Dunkelheit die Athmosphäre nochmal auf ein anderes Level hob, konnte ein Mann zeigen, das er eine feste Größe im musikalischen Kabarett ist: Bodo Wartke. Jeder kennt wohl „Barbaras Rabarberbar“ – doch das ist noch lange nicht die Spitze dieses Wortverdreh- und Reime-Meisters. Das Publikum durfte ihm helfen, Sätze zu vervollständigen oder kringelte sich vor Lachen, wenn die Zahlen 1 bis 15 von allen in eine Geschichte eingebettet wurde. Virtuos begleitet von Wartke selbst am Klavier. Großartig!

Mit Gregor Meyle kam abschließend noch mal ein bekanntes Gesicht mit Wohlfühlmusik auf die Bühne. Seine warme Stimme und seine ehrlichen Texte sorgten sofort für eine besondere Nähe zum Publikum. Es wurde für meinen Geschmack zwar ein bisschen zu rührseelig oder melancholisch – den abschließenden Titel aber vor der Bühne quasi im Publikum zu spielen, zeigte noch einmal, wie nah Künstler und Gäste sich auf Banz kommen.

Am Ende des Abends blieb für mich vor allem eines hängen: Lieder auf Banz ist mehr als ein gewöhnliches Musikfestival. Es ist ein Treffpunkt für Menschen, die gute handgemachte Musik lieben, ehrliche Texte schätzen und Künstler erleben möchten, die mit Leidenschaft auf der Bühne stehen.

Kloster Banz im Abendsonnenschein

Die wunderschöne Kulisse, das abwechslungsreiche Programm und die besondere Mischung aus bekannten Namen und talentierten Nachwuchsmusikern machen dieses Festival einzigartig.

Nach all der Lobhudelei aber natürlich auch noch ein paar kritische Worte: Ein kleiner Wermutstropfen war die enorme Besucherzahl. Ist das normal? Natürlich spricht das für den Erfolg des Festivals, doch muss sich der Veranstalter wirklich bemühen, den Leuten Raum quasi einzuräumen. Wir saßen wie die Heringe. Das hatte ich durch Erzählungen wirklich anders erwartet. Auch die Klowagen – naja, ich weiß ja nicht – waren für die größe der Veranstaltung schon ziemlich schäbig. Ok, sie haben ausgereicht – aber selbst unsere Dorfkirmes ist in der Hinsicht besser ausgestattet.

Mein Fazit fällt deswegen aber nicht schlechter aus: Lieder auf Banz 2026 war ein musikalisches Highlight, das ich jedem Fan deutschsprachiger Liedermacherkunst nur empfehlen kann. Wenn es dem Veranstalter in Zukunft gelingt, die Kuh nicht totzumelken sondern mit weniger Zuschauern leben zu können – dann wird es sicher auch für alle entspannter.

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