30. August 2026
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Der Zug hat eine Bremse

Schau in den Spiegel und sieh dir genau in die Augen. Was siehst du? Ich sehe einen müden Mann Mitte 40 der langsam grau wird und mitten in der „das ist nur eine Phase, Hase“-Phase steckt.

Dieses Jahr war bis jetzt einfach nur das, was man rückblickend als Dauerlauf ohne Verschnaufpause bezeichnen muss. Es gibt ja immer mal wieder Zeiten im Leben, wo es drunter und drüber geht, wo Tage und Wochen ins Land gehen und die eigene Belastungsgrenze, öfter als gut wäre, erreicht oder überschritten wird. Im besten Fall sieht man aber in diesen Zeiträumen ein Ende des Tunnels oder ein Licht am Horizont.

2026 ist für mich so was wie ein Tunnel bei dem ich das Ende noch nicht sehe und ständig irgendwas im Dunkel auf den Gleisen liegt. Wenn ein Hindernis überwunden ist, poltert das nächste in den Weg.

Um bei dem Bild zu bleiben, könnte man jetzt noch sagen, das ich als Schaffner meines Zuges die mir wichtigen Zugbegleiter aus dem Blick verliere und ich statt dessen versuche, die Wünsche aller anderen Passagiere zu beherzigen und zu erfüllen.

Dabei kommt meine Gesundheit am wenigsten gut weg, das weiß ich. Und gerade das sollte nicht so sein, auch das weiß ich.

Aber was macht man in so einer Situation? Langsamer fahren? Anhalten? Rückwärts aus dem Tunnel raus oder mit Vollgas in Richtung des erhofften Ausgangs – immer mit der Gefahr, zu entgleisen…?

Ich weiß, das ich mich mehr um meine Zugbegleiter kümmern muss. Das sind nicht wenige – aber sie alle sind das wichtigste auf meiner Reise. Die Passagiere steigen hinzu und steigen auch wieder aus. Ab und an lade ich jemanden ein, ein Stück Zugbegleiter zu sein. Aber manch einer will das auch nicht und das ist gut so.

Vielleicht ist es auch Zeit, die Lok zu wechseln. Wenn die Maschine auf Volldampf fährt, der Zug sich aber gefühlt nicht vorwärts bewegt … dann stimmt etwas nicht mit dem Fahrplan. Dann wird man nie am Ziel ankommen.

Ich werde erstmal im Führerstand aufräumen, bevor ich den Kessel wieder anheize. Ich merke, das man auch mit langsamer Fahrt und Blick auf das Wesentliche das Ende des Tunnels erreichen kann.

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