Heide-Witzka.

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Shuttle-Taxis von A nach B wirbeln Staub auf. Im Minutentakt kommen Sie uns entgegen oder überholen uns. Den schmalen, angrenzenden Trampelpfad nutzen Fahrradfahrer und Fußgänger gemeinsam. Hunderte Menschen sind unterwegs. Schauen nach Links und Rechts. Machen Fotos und “genießen” eine Ruhe, die nur in Ihrer Fantasie existieren kann. Genervt beenden wir unseren Weg zum angestrebten Zielpunkt und kehren zum Start um. Zu viel. Too much Life.

Willkommen in der Heide. Lüneburger Heide besser gesagt. Blühendes, duftendes Heidekraut so weit das Auge reicht. Zumindest bilden wir uns das ein. Denn das einzige was man riecht ist der Duft der Pferdeautobahn direkt neben uns samt Vehikeln, dazwischen heißt es Luftanhalten, wenn die aufgewirbelte Staubwand durch uns durch zieht. Das Durchschnittsalter der uns kreuzenden Zu-Fußlinge ist 60 aufwärts. Was nicht das Problem wäre, würden nicht noch so unverständliche Kommentare kommen wie “ihr müsst mal unter Leute!” – jetzt reicht es. Da ist ja die Hamburger U-Bahn gemütlicher. Und ich müsste mir da zmindest weniger Gedanken über einen allergischen Schock seitens der ganzen Pferde hier machen.

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Max ist schon die ganze Zeit ein quengelnder Haufen Kind. Die Fahrräder verleihen das Gefühl, ein Hochrad aus den Anfängen der Zweiradkultur zu bezwingen – und das auf tiefem, trockenen Sand. Ständig stehen bleiben, durchlassen, warten, weiterstrampeln… Megatourismus mitten in der vermeintlichen Idylle. Dabei hatten wir uns alle doch nur auf einen gemütlichen Fahrradausflug gefreut. Das es so “stressig” sein könnte, war nicht geplant. “Sie sollten mal kommen wenn hier richtig was los ist!” schlägt uns ein netter Mann aus Ostfriesland vor, der mit seiner Frau zu Fuß unterwegs ist und gerade die nahe gelegene Heideimkerei fotografiert. Schon aus Protest muß ich mir in diesem Naturschutzgebiet eine anstecken – die mißbilligenden Blicke der Touries (zu denen wir ja auch gehören) geben mir Kraft, wenn auch negative.

Die Hälfte des Geldes für die Leihräder gibts zurück und der Eisbecher, back in Lüneburg, entschädigt zumindest teilweise für die zerstörte Wunschvorstellung einer ruhigen, idyllischen Heidelandschaft. Aber nur teilweiße. Schnief.

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man liest sich ...
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